24.09.2026 - Nepal

Wiederaufbau mit besonderen Herausforderungen

In Nepal beginnt neben dem Winter auch der schwierige Wiederaufbau nach der Sturzflut.

Unpassierbare Straßen, Schlammmassen, fehlende Familienväter und neue Gefahren für junge Frauen und Mädchen erschweren den Wiederaufbau nach der Sturzflut. Gemeinsam mit unserem Team vor Ort prüfen wir, wo Hilfe besonders dringend benötigt wird, und unterstützen die Betroffenen an verschiedenen Stellen.


Einen Tag nach seiner Rückkehr aus dem Flutgebiet sprachen wir von HOPE e.V. mit unserem Projektleiter Rajan über die Situation in Nepal, die aktuellen Herausforderungen und das weitere Vorgehen.


Selbst knapp vier Wochen nach der Sturzflut sind einige der betroffenen Gebiete noch immer nicht erreichbar. Die Schlammmassen lassen ein Durchkommen nicht zu, Straßen sind nicht befahrbar und Wege unzugänglich.


Rajan berichtete von seinem Besuch am Flussbett, von wo aus die Versorgung der abgeschnittenen Gebiete aus der Luft organisiert wird:


„Es ist so viel los. Die rund 40 Helikopter fliegen wie Autos. Eine Seite des Himmels wird für die Flüge in die unzugänglichen Gebiete genutzt, die andere für den Rückflug“, berichtet Rajan. „Leider sind gerade die Gebiete, die am stärksten betroffen sind, noch immer unerreichbar. Doch inzwischen gibt es zusätzlich zu den Helikoptern auch Drohnen, die für die Versorgung eingesetzt werden können.“


Rajan erklärte uns außerdem, dass es in dieser Region zahlreiche Wasserkraftwerke gab, in denen viele Männer arbeiteten. In vielen Familien Nepals ist der Vater der Hauptverdiener, während die Mutter sich zu Hause um die Kinder kümmert. Durch die Sturzflut sind nun zahlreiche Familienväter ums Leben gekommen oder werden noch vermisst.


Für die betroffenen Familien hat dies weitreichende Folgen. Nicht nur der Hauptverdiener fehlt, sondern oftmals auch eine zentrale Bezugsperson der Familie. Dies wirkt sich auf die gesamte familiäre und gesellschaftliche Struktur sowie auf die Zukunft der Kinder aus.


In den kommenden Tagen wird die nepalesische Regierung viele der noch vermissten Menschen offiziell für tot erklären. Gleichzeitig beginnt die Planung für den Wiederaufbau der zerstörten Dörfer. Diese sollen jedoch nicht an ihren bisherigen Standorten, sondern weiter oben in den Bergen neu aufgebaut werden.

 

Aus früheren Reisen unserer HOPE-Mitarbeiter und aus verschiedenen Schulbauprojekten kennen wir die besonderen Herausforderungen solcher Vorhaben. Einige Wege in den Bergen sind so schmal, dass weder Autos noch Lastwagen hindurchfahren können. Baumaterial muss deshalb teilweise von Hand bis an seinen Bestimmungsort getragen werden. Hinzu kommt, dass zahlreiche Straßen nach wie vor nicht befahrbar sind.


Die geplante Umsiedlung und der Wiederaufbau erfordern viel Vorbereitung und werden Zeit brauchen. Gleichzeitig beginnt bereits im kommenden Monat der Winter in Nepal. Sinkende Temperaturen bringen weitere Herausforderungen mit sich und erhöhen den Zeitdruck.


Auch viele Kinder leiden noch unter den Erlebnissen der vergangenen Wochen. Einige haben Angst, wieder zur Schule zu gehen. Die Flutwelle kam während der Schulzeit, als sie von ihren Familien getrennt waren. Manche Kinder haben Angehörige verloren. Die Ereignisse haben tiefe Spuren hinterlassen.


Die bestehende Not bringt zudem neue Gefahren für junge Frauen und Mädchen mit sich. Mehr darüber erfahren Sie in unserem Artikel Wenn Schutz fehlt, wächst die Gefahr

 

Geplant sind unter anderem folgende Hilfen:
•    der Aufbau winterfester Unterkünfte,
•    Unterstützung und Ermutigung für traumatisierte Kinder,
•    Schutz und Hilfe für besonders gefährdete junge Frauen und Mädchen. 


Helfen Sie uns, Rajan und unserem Team vor Ort die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie die betroffenen Menschen auch in den kommenden Wochen und Monaten unterstützen können.

 

Gemeinsam für einen guten Wiederaufbau.

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