Hoffnung macht sich breit im Südsudan

Saatgut für Südsudan [Projekt Nr. 8651]Kinder im Südsudan (Hope e.V.)

Der Südsudan, vor sieben Jahren mit großen Hoffnungen in die staatliche Unabhängigkeit gestartet, durchleidet seit Jahren eine Dauerkrise. Seit im Jahr 2013 Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Stämmen innerhalb des Landes aufflammten, kommt das Land nicht mehr zur Ruhe. Die Krise hat sich in der Zwischenzeit zu einer humanitären Katastrophe ausgeweitet. Vor allem der Bürgerkrieg im Land hindert die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen. Vier Millionen Menschen, also fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung, sind auf der Flucht und suchen Schutz in Lagern im Südsudan oder in den Nachbarstaaten Uganda, Sudan und Äthiopien. Nach zwei ausgefallenen Ernten nahm der Hunger im Südsudan in diesem Jahr dramatische Ausmaße an.

 

Oberste Priorität der Soforthilfe ist, möglichst viele Menschen direkt vor Ort zu versorgen und so ihr Überleben zu sichern. Wer erst einmal geflohen ist, ist langfristig auf Unterstützung angewiesen. Der lokale Partner transportiert deshalb die Hilfsgüter auf manchmal abenteuerlichen und fast halsbrecherischen Wegen zu den Menschen vor Ort. Dutzende von Tonnen an Getreide, Bohnen und Speiseöl werden verteilt und so das Überleben von tausenden Hilfsbedürftigen ermöglicht. Die Empfänger werden in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden registriert. Für den ausgestellten Gutschein gibt es bei der Verteilung dann einen kleinen Sack Sorghum, Bohnen und einen Liter Speiseöl. Vorrang haben Alte, Schwangere und Familien mit mehreren Kindern sowie alleinerziehende Mütter. Allein in Raja, der Landeshauptstadt, die aber nur auf sehr schlechten Feldwegen zu erreichen ist, wurden gut zweitausend Familien versorgt. Weitere Hilfslieferungen sind in das noch abgelegenere Hinterland von Raja gebracht worden. Die dort lebenden Menschen sind noch für einige Wochen auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.

 

Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer. Seit Monaten ist es in der Region um Raja ruhig. Der Gouverneur verspricht, weiterhin alles für eine Stabilisierung der Lage zu tun. Die Bauern trauen sich dadurch wieder auf ihre Felder. Was jedoch fehlt ist Saatgut, denn jedes Körnchen Getreide und jede Bohne sind längst aufgegessen. Hier setzt, parallel zur Hungerhilfe, die wichtige Hilfe zur Selbsthilfe an. Etwa fünfhundert Bauern wurden im Mai, zu Beginn der Regenzeit, mit Saatgut, vor allem Mais, Sorghum und Bohnen versorgt.

 

Voraussetzung für eine Berücksichtigung war, dass die eigenen Felder für die Aussaat vorbereitet waren. In der Zwischenzeit ist die erste Ernte eingebracht. Auf dem Markt in Raja gab es in diesem Herbst endlich wieder etwas zu kaufen. Es gibt Hoffnung, dass sich die Menschen zumindest an diesem Ort bald wieder aus eigener Kraft ernähren können.

 

Das Augenmerk richtet sich jetzt in Raja auf die nächste Saatperiode. Saatgut beiseite zu legen, ist derzeit jedoch noch nicht möglich. Viele Felder werden unbestellt bleiben, sollten die Bauern nicht weitere Unterstützung erfahren. An anderen Orten herrschen weiter großer Hunger und die Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

 

Sie können helfen [Projekt-Nr. 8651]