Neue Perspektiven, genäht aus Mut und Hoffnung
„Ich hoffe, ein Vorbild zu sein – damit die Mädchen sehen, was möglich ist.“ Josephina John Mhina, Lehrerin und Mitbegründerin der Nähschule auf Sansibar
Fünf Frauen berichten über die Nähschule von Pamoja Zanzibar in Zusammenarbeit mit HOPE e.V. Ein Blick in ihr Leben, die Veränderungen und die neue Hoffnung, die daraus entstanden ist – und eine Ermutigung, weiterzumachen und dort zu helfen, wo Hilfe möglich ist.Es ist etwas Besonderes, wenn Träume verwirklicht, Ideen umgesetzt und Schulungen durchgeführt werden – und dadurch Leben nachhaltig verändert werden. Wenn Frauen anschließend von ihren Erfahrungen berichten und erzählen, wie die Nähschule ihr Leben geprägt und welche neue Perspektive sie ihnen geschenkt hat, erfüllt uns das mit großer Dankbarkeit.
Dieses Gefühl möchten wir gerne mit Ihnen teilen.
Lesen Sie hier fünf bewegende Berichte von Frauen, die von ihren Erfahrungen an der Nähschule unserer Partnerorganisation Pamoja Zanzibar erzählen. Die Nähschule finanziert sich hauptsächlich durch Spenden – jede Spende verändert Leben und schenkt Zukunft.
Josephina John Mhina, Lehrerin und Mitbegründerin
Mein Name ist Josephina John Mhina, Lehrerin bei Pamoja Zanzibar und Mitgründerin der Schule für Schneiderei.
Angefangen mit dem Nähen in meinem privaten Büro. Als Doris Allgaier aus Deutschland dazukam hatten wir die Idee, eine Schneiderschule für Mädchen zu gründen, die die Schule abgebrochen haben – um ihnen eine neue Perspektive zu geben.
Wir stellten einen Antrag über das Karume College und konnten das Programm 2015 starten. Seitdem bin ich hier und unterrichte mit großer Freude. Es erfüllt mich, jungen Frauen etwas beizubringen. Wir haben auch darüber nachgedacht, Jungen aufzunehmen, aber das Interesse war zu gering. Die Mädchen hingegen sind sehr motiviert.
Auch wenn manche anfangs schüchtern sind und zögern – wir ermutigen sie mit Worten wie: „Du schaffst das!“ und sie wachsen über sich hinaus.
Viele unserer Schülerinnen waren zuvor Hausmädchen. Jetzt haben sie durch das Nähen eine Chance auf ein besseres Leben, persönlich und für ihre Familien. Einige sind selbstständig, andere arbeiten in Fabriken, beim Staat oder von zu Hause. So können sie Armut lindern und selbstständig Geld verdienen.
Herausforderungen gibt es dennoch: Frühe Schwangerschaften oder Hochzeiten, selbst die geringe Schulgebühren von 10.000 Schilling (4 €) können ein Hindernis sein. Doch dank Pamoja Zanzibar erhalten viele trotzdem Hilfe und können weiterlernen.
Ich bin sehr dankbar für diese Arbeit. Sie hat mir geholfen, meine Kinder zu erziehen und meinen Mann zu unterstützen. Ich hoffe, ein Vorbild zu sein – damit die Mädchen sehen, was möglich ist.
Vielen Dank an alle.
Pili Philemon, Schülerin
Mein Name ist Pili Philemon, ich komme aus Mbweni. Ich möchte mich herzlich für die Möglichkeit und die freundliche Aufnahme bei Pamoja Zanzibar bedanken. Mit der Ausbildung zur Schneiderin will ich eine Fähigkeit erlangen, die mir im Leben helfen wird. Das Wissen, das ich bekomme, werde ich nutzen, um auch andere zu unterrichten und dadurch mehr Erfahrungen zu sammeln. Damit werde ich auch unserer Gemeinschaft helfen können, z. B. Waisenkindern, Müttern, Eltern und anderen Menschen.
Ich glaube fest daran, dass und Pamoja Zanzibar helfen wird, unsere Zukunftsträume zu verwirklichen. Vielen herzlichen Dank.
Anisa Kheir Makame , Absolventin
Mein Name ist Anisa Kheir Makame. Ich lebe in Amani und habe am Pamoja College in Sansibar Schneiderei studiert. Die Ausbildung hat mir sehr geholfen – ich verdiene jetzt eigenes Geld und unterstütze die Gemeinschaft, indem ich Kleidung nähe, auch für Bedürftige und Waisenhäuser.
Als eine Absolventin komme ich gerne in die Schule zurück, um anderen Schülerinnen zu helfen. Wir lernen dabei auch über Tourismus und nähen Kleidung für Touristen, was zusätzliches Einkommen bringt. Ich hoffe, dass Pamoja sein gutes Herz behält, den es hat vielen geholfen. Trotz Herausforderungen bitten wir das Team, nicht aufzugeben. Auch wir Absolventinnen geben zurück, so wie wir einst empfangen haben.
Pamoja Zanzibar ist ein guter Ort mit gutem Unterricht. Alles Gute!
Ummu-Kulthum Shaaban , Absolventin
Mein Name ist Ummu-Kulthum Shaaban aus Chukwani. Ich kam zu Pamoja Zanzibar, um Schneidern zu lernen, weil ich mir nicht mehr leisten konnte, ständig Schneider zu bezahlen.
Als ich von Pamoja hörte, kam ich her, wurde herzlich aufgenommen und begann zu lernen. Ich hatte keinerlei Vorkenntnisse – nicht einmal, wie man eine Nadel einfädelt – aber heute nähe ich Kleidung für meine Kinder selbst und spare Geld.
Ich unterstütze meinen Mann und setze mir familiäre Ziele. Das Leben ist hart, aber durch das Nähen kommen wir voran. Gemeinsam überwinden wir die Armut. Bei Pamoja lernen wir auch Bettlaken herzustellen. Unsere Lehrkräfte sind engagiert und bringen uns nicht nur das Nähen bei, sondern auch, wie man unabhängig wird. Ich bin ihnen sehr dankbar und bete für ihre Kraft und Ausdauer.
Ich bitte die Leitung von Pamoja, diese Chance auch in weitere Regionen zu bringen. Dort, wo viele Frauen lernen möchten, aber keinen Zugang haben. Frauen leiden oft im Stillen – besonders in der Ehe – wenn sie keine Fähigkeiten oder eigenes Einkommen haben. Es gibt ein Swahili-Sprichwort: „Der Korb wird nicht durch eine Hand gefüllt.“ Mein Mann bringt etwas ein, ich auch – und gemeinsam können wir sogar der Gemeinschaft helfen.
Pamoja hat uns gestärkt. Wenn wir gestärkt sind, können wir alles schaffen. Frauen Sansibars, habt keine Angst; kommt und lernt. Auch mit geringem Einkommen ist es bezahlbar. Ich kam ohne Wissen, aber heute weiß mein Mann, dass ich eine starke Frau bin. Aber wenn du immer nur deinem Mann um etwas bittest, wird er müde von dir werden. Darum: Frauen, bleibt nicht zu Hause – kommt zu Pamoja. Danke.
Mtumwa Nassaor, Sekretärin
Hallo! Mein Name ist Mtumwa Nassaor, und ich arbeite nun seit fünfzehn Jahren bei Pamoja Zanzibar. Ich arbeite gerne hier, weil wir unserer Gemeinschaft in Sansibar und ganz Tansania helfen.
Im vergangenen Jahr haben wir die Arbeitsweise unserer NGO Pamoja Zanzibar verändert. Wir konzentrieren uns jetzt ausschließlich auf die Schneiderschule, die weiterhin aktiv ist und uns viele Vorteile bringt. Wir nähen Kleidung, Heimtextilien sowie Schuluniformen für Kinder.
Neben dem Nähen unterstützen wir die Gemeinschaft auch durch das Verteilen von Damenbinden und bieten Aufklärung darüber an.
Wir sind Pamoja Zanzibar sehr dankbar, denn es leistet einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft hier auf den Inseln.
Vielen herzlichen Dank.




